luecker

Einbruchdiebstahl – wenn die Hausratversicherung nicht zahlt

Die Zahl der Einbruchsdelikte steigt: Im vergangenen Jahr wurden fast 200.000 Einbruchdiebstähle registriert. Die Aufklärungsquote liegt dabei nach Angaben der Polizei bei gerade einmal 15 %.

Prinzipiell kann man sich mit einer Hausratversicherung gegen Einbrüche versichern. Oft kommt es bei dem Versuch, Versicherungsleistungen nach einem Einbruch geltend zu machen, jedoch zu Uneinigkeiten zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer. Nicht selten melden Versicherer Zweifel an, ob die als entwendet gemeldeten Gegenstände tatsächlich gestohlen wurden, überhaupt existiert haben oder aber dem angegebenen Wert entsprachen. Deshalb ist immer von Vorteil, wenn jedenfalls von werthaltigen Sachen die Kaufbelege aufbewahrt worden sind. Ferner können Fotos, die das Hab und Gut des Versicherungsnehmers zusammen mit diesem selbst abbilden, einen Beweis für die Existenz der Gegenstände darstellen. Derartige Dokumente werden im Schadensfall auch oft angefordert.

Natürlich kann ein Versicherer auch bezweifeln, dass es überhaupt einen Einbruchdiebstahl gegeben hat. Die Beweispflicht hierfür liegt nämlich beim Versicherungsnehmer. Daher sollten Schäden, die durch den Einbruch entstanden sind, wie zerbrochene Fensterscheiben oder aufgebrochene Schlösser, immer sorgsam dokumentiert werden.

Der Sachverhalt des Einbruchs muss vom Versicherungsnehmer schlüssig dargelegt werden, sonst kann der Versicherer seine Leistungen verweigern. Worauf es bei der Darstellung gegenüber der Versicherung ankommt, weiß natürlich am besten ein Fachanwalt für Versicherungsrecht. Oft lohnt es sich daher, diesen schon früh zu Rate zu ziehen. Kommt nämlich die erste, eigenhändig gefertigte Darlegung nicht gut an, hat man oft schon viel verspielt. Die Korrektur von Fehlern oder Ungenauigkeiten in den Abgaben ist häufig nur noch schwer möglich und wird von den Versicherern meist besonders kritisch betrachtet.

Rechtsanwalt Dr. Maubach informiert rund um alle Fragen zum Versicherungsrecht und steht für eine Beratung und Vertretung gerne zur Verfügung.

Keine Versicherungsleistung bei falschen Angaben

Weil ein Mann versuchte, seine Versicherung zu täuschen, verwirkte er jeden Leistungsanspruch gegen sie, da er seine vertraglichen Pflichten arglistig verletzt hatte. Versicherungsnehmer sind nämlich verpflichtet, ihrem Versicherer unverzüglich alle Auskünfte zu erteilen, die zur Feststellung des Versicherungsfalles erforderlich sind.

Der besagte Versicherungsnehmer hatte einen mit Fett gefüllten Topf auf einem angeschalteten Herd stehen lassen. Weil er dies 3 Stunden lang nicht bemerkte, entzündete sich das Fett und durch die starke Wärme- und Rauchentwicklung wurden drei Zimmer des Wohnhauses beschädigt. Sicherheitshalber rief der Mann die Feuerwehr, weswegen sich der Gesamtschaden dieser Kochaktion auf fast 20.000 Euro belief.

Der Mann befürchtete nun, dass er bei seiner Versicherung für diesen selbst verursachten Schaden keine Entschädigungsansprüche geltend machen könne. Deshalb erklärte er der Versicherung kurzerhand, dass das Feuer nur auf einen technischen Defekt zurückgeführt werden könne.

Die Klage des Versicherungsnehmers auf Erstattung der Kosten durch die Brandschäden wurde jedoch abgewiesen. Die Richter führten aus, dass der Kläger seine vertragliche Pflicht arglistig verletzt habe. Er habe der Versicherung den Grund des Schadens sogar zweimal falsch dargestellt, denn sowohl in der Schadenanzeige, als auch in der Verhandlungsniederschrift gegenüber dem Schadensregulierer habe er angegeben, der Schaden sei durch einen technischen Defekt des Elektroherdes entstanden, obwohl er in Wirklichkeit selber vergessen hatte, den Herd wieder auszuschalten.

Bei derartigen Fallgestaltungen spielt es regelmäßig keine Rolle, ob der wahre Hergang des Schadens vom Versicherungsschutz erfasst worden wäre oder nicht. Es ist daher besonderes Augenmerk darauf zu legen, dass die gegenüber dem Versicherer getätigten Angaben vollständig und wahrheitsgemäß sind.

Rechtsanwalt Dr. Maubach informiert rund um alle Fragen zum Versicherungsrecht und steht für eine Beratung und Vertretung gerne zur Verfügung.

Vorgetäuschte Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeitsversicherer sind auch nach anerkannter Leistungspflicht berechtigt, in regelmäßigen Abständen den Gesundheitszustand ihrer Versicherungsnehmer zu überprüfen und die Frage der Berufsunfähigkeit neu zu bewerten.

Bei solchen Routineüberprüfungen können dann aber hin und wieder auch Ungereimtheiten zum Vorschein kommen. So bei einem Mann, der augenscheinlich von sehr sportlichen Statur war und einen körperlich sehr fitten Eindruck machte, sich bei dem Besuch der Versicherungsangestellten allerdings in einem Rollstuhl sitzend präsentierte. Der Versicherer ließ seiner Verwunderung freien Lauf und setzte einen Detektiv auf den Versicherungsnehmer an. Schnell kam dabei zutage, dass dieser heimlich Dienstleistungen als Küchenbauer anbot. Eine Recherche im Internet förderte zudem zutage, dass  der Versicherungsnehmer auch gerne mal einen Marathon lief. Der Versicherer kündigte ihm daraufhin fristlos.  Eine Klage hiergegen wurde durch das Landgericht Oldenburg abgewiesen. Das Oberlandesgericht Oldenburg (5 U 78/16) bestätigte diese Entscheidung.

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass das Vertrauen in die Redlichkeit des Versicherungsnehmers derart erschüttert sei, dass eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unter Berücksichtigung der beiderseitigen Interessenlagen nicht mehr zumutbar sei. Bei einem derartig krassen Täuschungsmanöver sei auch keine vorherige Abmahnung notwendig. Würde man mit einer solchen Tat so einfach durchkommen, stände es ja prinzipiell jedem Versicherungsnehmer wenigstens einmal frei, zu versuchen, seine Versicherung zu täuschen. Dies entbehrt aber jeder vernünftigen Grundlage.

Rechtsanwalt Dr. Maubach informiert rund um alle Fragen zum Versicherungsrecht und steht für eine Beratung und Vertretung gerne zur Verfügung.

Unfallflucht und Versicherer

Die sogenannte Unfallflucht, also das unerlaubte Entfernen vom Unfallort nach § 142 StGB, gehört mit zu den häufigsten strafrechtlich verfolgten Delikten im Straßenverkehr. Nicht selten wird ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren zwar eingestellt, insbesondere dann, wenn zwar die Verursachung des Unfalls nachgewiesen werden kann, nicht aber, dass der Anstoß auch vom Fahrer bemerkt wurde. Es ist jedoch ein häufig wiederkehrender Irrtum, zu glauben, damit wäre dann alles erledigt. Denn auch bei einer solchen Verfahrenseinstellung im Strafprozess kann noch ein Zivilprozess folgen.

Meistens fordert dann der Kfz-Haftpflichtversicherer Regresszahlungen wegen der Schadensersatzleistungen, die er aufgrund des Verkehrsunfalls an den Geschädigten leisten musste, da die Unfallflucht regelmäßig eine sogenannte Obliegenheitsverletzung nach dem Versicherungsvertrag darstellt. Die Obliegenheit muss für einen Regress jedoch grob fahrlässig oder vorsätzlich verletzt worden sein. Für letzteres ist der Versicherer beweisbelastet, vom Vorwurf grober Fahrlässigkeit muss sich dagegen der Betroffene entlasten.

Schließlich gelten für Regresszahlungen gesetzlich festgeschriebene Maximalbeträge. Bei üblichen Pflichtverstößen liegt die Grenze bei 2500 EUR. Nur bei einer besonders schwerwiegenden und vorsätzlich begangenen Verletzung einer Aufklärungs- oder Schadensminderungspflicht können bis zu 5000 EUR gefordert werden.

Die Beträge können jedoch mehrfach anfallen. So gibt es auch Obliegenheiten, die bereits vor einem Schadensfall zu beachten sind und deren Verletzung ebenfalls zu einem Regress führen kann.

Typisches Beispiel ist die Fahrt unter Alkoholeinwirkung, in deren Verlauf es dann zum Unfall kommt. Begeht der Betroffene dann noch Unfallflucht, um seine Alkoholisierung zu vertuschen, so sind bereits zwei Obliegenheiten – vor (Trunkenheitsfahrt) und nach (Unfallflucht) dem Versicherungsfall (Unfall) – verletzt. Hierdurch kann sich also der Regress verdoppeln.

Was einem Versicherer an Regresszahlungen im Einzelfall tatsächlich zusteht, sollte mit Professionalität behandelt werden. Deshalb lohnt es sich immer, eine entsprechende Regressforderung fachkundig prüfen zu lassen.

Rechtsanwalt Dr. Maubach informiert rund um alle Fragen zum Versicherungsrecht und steht für eine Beratung und Vertretung gerne zur Verfügung.

Zahlungspflicht der Elementarschadensversicherung

Durch starke Regenfälle kann die Bausubstanz von Häusern derart durchnässt werden, dass sich das Wasser seinen Weg bis tief ins Mauerwerk bahnt. Dagegen kann man sich grundsätzlich mit einer Elementarschadensversicherung absichern. Diese gilt jedoch nur für Schäden, die durch Überschwemmungen entstehen, die sich durch ihre Masse den Weg zu Stellen des Hauses bahnen können, die bei normalen Regenfällen verschont bleiben. Hierbei maßgeblich ist das Ansammeln von Wasser auf dem gesamten Grundstück, sodass das Wasser keinen Weg finden kann, abzufließen.

Entsteht Feuchtigkeit im Mauerwerk durch partielle Wasseransammlung, z. B. durch verstopfte oder zu klein angelegte Sickerpackungen, greift die Elementarschadensversicherung nicht, da eine Überschwemmung im Sinne der Klausel nicht vorliegt. Es handelt sich hier nicht um eine außergewöhnliche Wassermassen, sondern eher um einen Baumangel.

Elementarschadensversicherungen greifen regelmäßig nur bei Schäden, die sich der menschlichen Beeinflussung entziehen. Also Naturereignisse wie zum Beispiel Hochwasser, Schneedruck, Lawinen/Erdrutsche, Erdsenkungen, Erdbeben oder Vulkanausbrüche.

Bei angezeigten Elementarschäden suchen Versicherer nicht selten nach Schadensursachen, die eine Deckung ausschließen könnten. Daher ist dem Versicherungsnehmer in Zweifelsfällen zu empfehlen, einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

Rechtsanwalt Dr. Maubach informiert rund um alle Fragen zum Versicherungsrecht und steht für eine Beratung und Vertretung gerne zur Verfügung.

Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Arbeitsrecht Aachen

Wenn Menschen miteinander arbeiten, kommt es bisweilen zu Auseinandersetzungen, die des rechtlichen Beistands bedürfen. Nicht immer geht es gleich um ein gerichtliches Verfahren.

Mehr Informationen zum Arbeitsrecht.

Architektenrecht

Rechtsanwalt Architektenrecht Aachen

Architektenrecht – gut geplant ist halb gebaut
Gerade im Baurecht kommen vielfältige rechtliche Regelungen aus den Gebieten des Zivilrechts sowie des öffentlichen Rechts zum Einsatz.

Mehr Informationen zum Architektenrecht.

Baurecht

Rechtsanwalt Baurecht Aachen

Der Hausbau oder Kauf eines schlüsselfertigen Objekts gehört für die meisten Menschen nicht nur zu den größten finanziellen Herausforderungen, sondern bringt diese mitunter auch an die Grenzen der Belastbarkeit

Mehr Informationen zum Baurecht.

Erbrecht

Fachanwalt Erbrecht Aachen

Nach der ersten Trauer über den Verlust eines Angehörigen oder einer nahestehenden Person folgt leider sehr häufig die Auseinandersetzung der Hinterbliebenen über das Erbe.

Mehr Informationen zum Erbrecht.

Familienrecht

Fachanwalt Familienrecht Aachen

Familienrechtliche Streitigkeiten sind häufig nicht nur rechtlich kompliziert, sondern sind zudem oft mit hohen emotionalen Auseinandersetzungen verbunden.

Mehr Informationen zum Familienrecht.

Versicherungsrecht

Fachanwalt Versicherungsrecht Aachen

Jeder verfügt über Versicherungsverträge und geht zunächst davon aus, im Ernstfall auch schnell und unbürokratisch die Leistungen zu erhalten, für die er regelmäßig Prämien gezahlt hat.

Mehr Informationen zum Versicherungsrecht.

Terminvereinbarung

 

telefon21

Rechtsanwälte

Kurt Lücker
Fachanwalt für Familienrecht
Fachanwalt für Erbrecht

Dr.jur. Norbert Maubach
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Helma Kielmann
Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht

Dieter Bischoff (bis 2015)